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HX641 59450
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RECAP
Fett oder Kohlenhydrate?
Zur Abwehr
in der Frasre
„Die Fettleibigkeit und ihre Behandlung''
Dr. Wilhelm Ebstein
Professor der medizinischen Klinik in Göttingen.
COLUMBIA UNIVFRSITY
DEPARTMENT OF PHYSIOLOGY
College of Physicians and Surgeons
437 WEST FIFTY NINTH 8TNEET
NEW YORK
Wiesbaden.
Verlag von J. F. Bergmann.
1885.
Columbia (Mnitiem'tp
College of ^fjpöicianö axiij ^urgeonö
Xibrarp
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Fett oder Kohlenhydrate?
Zur Abwehr
iu der Frage
„Die Fettleibigkeit und ihre Beliandliing"
Dr. Wilhelm Ebstein,
Professor der medizinischen Klinik in Göttingen.
€
Wiesbaden.
Verlag von J. F. Bergmann.
1885.
0-73
Da^ Recht der Uebersetzung bleibt vorbehalten.
Mit dem Abschlüsse einer demnächst erscheinenden Arbeit
über das Regimen bei der Gicht — einer Krankheit, bei
welcher bekanntlich vielfach dieselben Vorschriften für die Er-
nährung giltig sind, wie bei der Fettleibigkeit — beschäftigt,
trat als selbstverständlich die Aufgabe an mich heran, zu den
Einwürfen Stellung zu nehmen, welche gegen meine Vorschläge
zur Bekämpfung der Fettleibigkeit gemacht worden sind. Diese
Einwürfe betreffen insbesondere auch die Frage, ob das Fett
nicht eben so gut oder besser durch Kohlenhydrate zu substi-
tuiren sei. Nachdem ich nun ad hoc die nachfolgenden Blätter
niedergeschrieben, fand ich, dass sie in den Rahmen eines so
knappen Büchleins, wie das Gicht -Regimen es werden soll,
nicht passen. Ich habe mich daher — da die Angelegenheit
sich füglich nicht kürzer erledigen lässt und vor dem Erschei-
nen des Gicht-Regimens aus sachlichen Gründen geordnet wer-
den muss — zu einer separaten Herausgabe dieser Replik
entschlossen, welche zugleich als Nachtrag zu meiner Arbeit
über die Fettleibigkeit und ihre Behandlung gelten kann. —
Ich gehe sofort in medias res und gedenke zunächst der
Arbeit des Professor Carl Voit in München über die
Ursachen der Fettablagerung im Thierkörper.
München 1883. Das ürtheil Voit's über meine Methode ist
in folgenden Sätzen enthalten:
1) Richtig angewendet, sagt Voit, istdieBan-
tingkur nicht eine Entziehungskur, welche
zur allgemeinen Inanition führt, sondern
eine Kur, bei d e r n u r Fett z u V e r 1 u s t g e h t ,
wie bei der Methode Eb stein' s.
— 4 —
Yoit erkennt also an. dass bei mein er Methode nur
Fett in Verlust geht, hält aber die Ba nting'sche Me-
thode, wofern sie richtig angewendet wird, für eben so
gut. Die richtig angewendete, d. h. in Voit's Sinne modi-
ficirte Bantingkur besteht darin, dass man später (sc. wenn
der Körper arm an Fett geworden ist) vorsichtig sein
und mehr stickstofffreie Stoffe zusetzen muss.
Das ist dann aber sicherlich keine Bantingkur mehr.
Yoit würde doch wahrscheinlich sich nicht mit einem Zusätze
stickstofffreier Stoffe begnügen, sondern auch eine entsprechende
Keduction des Eiweisses verlangen, welches bei der Bantingkur
das für den mittleren Arbeiter von Voit geforderte Eiweiss-
quantum um 54 grm pro Tag übersteigt.
Ich kann das von mir über die Bantingkur gefällte
Urtheil nicht modificii-en, dasselbe basirt übrigens keineswegs
allein auf theoretischen Erwägungen, wie ich auf S. 24 meiner
Schrift über die Fettleibigkeit und ihre Behandlung (6. Auf-
lage. Wiesbaden 1884) auseinandergesetzt habe.
2) Es besteht daher, sagt Voit weiter, im P r i n c i p
zwischen beiden Methoden (Bantiug und Eb-
stein) höchstens die Differenz, dass Ebstein
durch grössere Annäherung an die Grenze,
wo kein Fett mehr abgegeben wird, den täg-
lichen Verlust an Fett geringer macht, so
dass der Erfolg langsamer eintritt, was viel-
leicht nach dem früher Gesagten von Be-
deutung ist; man vermag aber auch mit
Kohlenhydraten und nach Banting's Ver-
fahren das Gleiche zu erreichen.
Auf das langsame Eintreten des Erfolges — welches aueli
durch die später zu erwähnenden Mittheilungen Vogel's be-
stätigt worden ist — lege ich in praktischer Beziehung
das grösste Gewicht und freue mich, dass Voit auch die
Möglichkeit, dass dies von Bedeutung sein könne, zugiebt.
Yoit glaubt dasselbe auch mit Kohlenhydraten und nach
Banting's Verfahren — das wäre also wohl seine richtig
angewendete Bantingkur — erreichen zu können. In-
dessen das müsste Voit doch erst beweisen. Die Schwierig-
keiten dürften in der ärztlichen Praxis als recht grosse sich
ergeben. Als ich noch das Fett fürchtete und gern mager
werden wollte, habe ich diese Methode, wie sich Voit die-
selbe zu denken scheint, an meinem eigenen Körper probirt.
Die Kohlenhydrate machen zu leicht Dyspepsien und sättigen
überdies nicht in der Weise wie das Fett, wodurch meine
Methode besonders zu einer relativ so leicht durchführbaren wird.
3) Ich bestreite also, sagt Voit ferner, der E b -
steiu'schen Diät durchaus nicht den Er-
folg, Avohl aber scheint mir die Erklärung,
welche ihr Urheber von ihrer Wirkung gibt,
nicht richtig zu sein, wenigstens steht sie
nicht in ü e b e r e i n s t i m m u n g mit dem von
mir in dieser Hinsicht Gefundenen.
Ich freue mich des in den vorstehenden drei Sätzen ent-
haltenen Urtheil es, und zwar deswegen, weil Voit durch das-
selbe anerkennt:
a) dass meine Methode Erfolg hat und' insbesondere,
b) dass sie eine rationelle ist, insofern als bei ihr
nur Fett zu Verlust kommt.
Ob und in wie weit eine richtige A n w e n d u n g d. h. also
eine Reform der sogenannten Bantingkur im Voit 'sehen
Sinne — durch Zusatz von mehr Kohlenhydraten — sich
praktischer als meine Methode erweisen wird, bleibt abzuwar-
ten. Nachdem ich eine so eingerichtete Diät an mir selber
versucht, habe ich nicht gewagt, dieselbe anderen Patienten
vorzuschlagen. Sofern ich zu meinen für die praktische Medi-
zin immerhin nicht unwichtigen Ergebnissen durch, wie Voit
meint, unrichtige Voraussetzungen gelangt sein sollte, würde
ich das aufrichtig bedauern. Aber da die Akten über diese
Fragen noch lange nicht geschlossen sind, will ich mich in-
zwischen damit trösten, dass es so besser ist, als wenn ich auf
sogenannter rationeller Basis etAvas praktisch
nicht Brauchbares geschaffen hätte.
Voit hat mir nachher einige Vorwürfe gemacht, welche
wohl lediglich darauf beruhen, dass er meine Worte nicht
correct wiedergegeben hat, wie aus folgender Aufstellung
sich ergibt:
Voit referirt (1. c. pag. 20) meine Anschauungen in fol-
gender Weise:
„Er (Ebstein) meint, es werde im normalen und ge-
sunden Zustande aus dem Fette der Nahrung kein Fett
im Körper angesetzt; der vorher erwähnte Versuch
von Franz Hofmanu zeige nur, dass bei lange Zeit
hungernden, abgemagerten Thieren sich solches Fett
ablagere."
Dagegen sage ich (1. c. pag. 17):
Ob von den Fetten, die wir mit der "Nahrung auf-
nehmen, in unserem Körper, wofern er gesund und
unter no-rmalen Lebensbedingungen sich be-
findet, etwas angesetzt wird, erscheint mir noch
nicht ausgemacht. Die Versuche, die das be-
weisen sollen, betrafen, soweit ich die Sache übersehe,
lediglich hungernde und abgemagerte Thiere, die,
wenn auch nicht ausschliesslich, so doch
vorwiegend mit Fett ernährt worden waren.
Ich habe bei vorstehender Reproduktion meiner Angaben
das, was Voit unterdrückt oder incorrect wiedergegeben hat,
gesperrt drucken lassen. Eines Commentars bedarf diese Sache
ausserdem wohl nicht.
Der bekannte Versuch von Fr. Hofmanu betraf einen
durch SOtägiges Hungern entfetteten Hund, bei dem es ge-
lang, durch Fütterung einer möglichst grossen Menge
von Speck mit wenig Fleisch in 5 Tagen 1353 grm Fett
zur Ablagerung zu bringen. Auch aus den Eespirationsver-
suchen von Pettenkofer und Voit lässt sich meines Er-
achtens nur folgern, dass bei Hunden nach Fütterung mit viel
Fett und wenig Fleisch, oder mit Fett allein, das Nahrungs-
fett angesetzt wird. Eine später noch anzuführende Beobach-
tung Vogel 's beweist, dass Hunde von ihrer Fettleibigkeit
geheilt werden, selbst wenn man ihnen weit mehr Fett gibt,
als nach Vogel 's Angabe Voit denselben zubilligt. Jeden-
falls hätte Voit meine Angaben nicht in der von ihm ge-
wählten, sie verstümmelnden Form wiedergeben dürfen, wo-
durch er mir fast das Gegentheil von dem in den Mund
legte, was ich auf Seite 44 meines Büchleins sage.
Hier heisst es nämlich wörtlich: Ohne im Entfern-
testen best reiten zu wollen, dass das mit
d e r IST a h r u n g a u f g e n o m m e n e F e 1 1 unter ge-
wissen Umständen als Fett deponirt wird,
ist das für den gesunden thieri sehen Orga-
nismus bei normaler Körperbewegung und
bei richtigem Verhältniss der einzelnen
Nahrungsmittel doch^durchaus nicht be-
wiesen.
Die vorstehende Auseinandersetzung gibt mir, wie ich
hoffe, das Kecht, den mir von Voit (1. c. pag. 20) ge-
machten Vorwurf, dass ich von Voraussetzungen,
welche den durch die Versuche gefundenen That-
sachen nicht entsprechen, ausgehe, auf das Ent-
schiedenste zurückzuweisen.
Voit sagt nun aber weiter (1. c. pag. 20):
Ebstein gibt ferner an, ich hätte gesagt,
bei den Fleischfressern, welche ausser dem
— 8 —
Fette keine stickstofffreien Xalirungsstoffe
geniessen, wäre dieFettbildung meist nur
unbedeutend.
Ja, das hat Yoit in der Tliat gesagt, und zwar auf
S. 238 seines Handbuchs der Physiologie des allge-
meinen Stoffwechsels und der Ernährung, Leip-
zig 1881, Zeile 10 v. u., ' und schliesst den Satz mit den
Worten :
-sie (sc. die Fettbildung) nimmt aber, wie
bei anderen Hausthi er en, zu, bei gemis chter
Nahrung mit einem üeberschuss an Kohlen-
hydraten.''
Die Klarheit diesem Satzes lässt, wie Jeder zugeben wird,
durchaus nichts zu wünschen, und ich weiss nicht, wie Yoit
dazu kommt, zu sagen, dass ich seine Meinung hierüber „nicht
richtig aufgefasst" habe. Steht dieser bestimmt formulirte
Satz mit seinen Yersuchen und seinen Lehren in Widerspruch,
so hätte Yoit diesen Satz nicht schreiben dürfen, oder er
hätte ihn zurück ziehen müssen, aber Yoit hat keinen recht-
lichen Grund — und sich das zu verbitten, halte ich für die
Pflicht des Berechtigten, — mir den Yorwurf zu machen, als
fehlte mir die richtige Auffassung, oder gar, als hätte ich
Yoit eine Aeusserung zuschieben wollen, die er gar nicht ge-
than hat.
Nach Yoit's Yorgehen darf man jetzt wohl annehmen,
dass er den Satz: dass bei den Fleischfressern, welche ausser
dem Fette keine stickstofffreien Nahrungsstoffe geniessen, die
Fettbildung meist nur unbedeutend wäre, nicht gesagt haben Avill.
Ich hatte — was hier noch bemerkt sein mag — das Citat dieses
Satzes (1. c. pag. 42) mit dem folgenden Zusätze begleitet:
„Ob Yoit dabei die Fettbildung aus Ei weiss ge-
meint hat oder die Ablagerung eines Theils des
genosseneu Nahrungsfettes, relevirt für unseren
— 9 —
Zweck nichts. F ü r uns genügt es zu wissen, d a s s
die Fettbildung bei Fleischfressern nur unbe-
deutend ist, wofern sie ausser dem Fett keinen
stickstofffreien Nahruugsstoff geniessen." Dürfen
wir das nun noch annehmen, naclidem es Veit geläugnet?
Ich glaube wohl. Der Redacteur des Repertoriums der Thier-
heilkunde, Dr. Yogel, Professor 'an der Thierarzneischule in
Stuttgart, stellt in seiner Arbeit „die Fettsucht und
ihre Behandlung" (in seinem Journale, 45. Jahrgang,
1. Heft — Stuttgart 1884) pag. 9 es als eine öfter be-
sprochene Beobachtung hin, dass bei den Carnivoren,
welche ausser Fett kein stickstofffreies Futter bekommen, die
Fettbildung eine unbedeutende ist. Vogel behandelte die
Fettleibigkeit bei 5 Hunden und 2 Pferden nach Grundsätzen,
welche den von mir aufgestellten überaus ähnlich sind. Die-
selben lauten:
1) Es darf nur eine massige Aufnahme von Nahrung
stattfinden, gleichviel woraus diese zusammengesetzt ist ;
2) die entsprechendste Combination der täglichen Nahrung
ist jene, welche ein richtiges Verhältniss zwischen
Albuminaten und Fett hat und arm an Kohlen-
hydraten ist, oder es müssen diese zum Theil durch
fertiges Fett ersetzt werden.
Die Resultate Vogel 's waren überraschend günstige;,
nur ging etwas viel Zeit darüber hin (im Minimum 19, im
Maximum 26 Wochen). Die Kur brachte bei den Pferden
eine unerwartete Steigerung der Arbeitskraft und Ausdauer mit
sich. Es würde zu weit führen, wenn ich die gleichfalls sehr
günstigen Heilresultate bei Vogel's fünf Hunden hier ge-
nauer detailliren wollte. Auf einen dieser Fälle werde ich noch
zurückkommen. Sämmtliche, auch die drei kleineren Hunde
vertrugen die proportioneil grossen Fettgaben gut, in keinem
der Fälle zogen sie dyspeptische Zustände nach sich, die
Excrementationen wurden dabei geregelt, das Wasserbedürfniss
— 10 —
erscliien etwas herabgedrückt, ausserdem wurde uameutlicli
aber eine viel frühere Sättigung herbeigeführt.
Voit hat 1. c. pag. 22 nachgerechnet, wie viel ich von
den einzelnen Nahrungsmitteln den Kranken zubillige. Ich
halte es für nützlich darauf hinzuweisen, dass ich es an ver-
schiedenen Stellen meines Büchleins betont habe, wie dringend
nothwendig es sei, bei den Fettleibigen den individuellen Ver-
hältnissen voll und ganz Rechnung zu tragen (1. c. pag. 30).
Voit meint, dass ich nicht mehr Eiweiss gebe, als der normale
Mensch zu seiner Erhaltung brauclit und hält das im Hinblick
auf den durch den Ansatz desselben stattfindenden Vortheil für
die Organe und auch auf die dadurch beAvirkte Fettabgabe vom
Körper für nicht ganz geeignet. Im Allgemeinen scheint es
mir, dass Voit überhaupt ein zu grosses Eiweissquantum
fordert, wie das auch aus den Angaben Flügge 's (Beitrag
zur Kenntniss der Kost in öffentlichen Anstalten, in dessen
Beiträgen zur Hygiene, Leipzig 1879, pag. 117) hervorgeht.
Indessen ist hier nicht der Ort, diesen Punkt weiter zu
discutiren. —
Prof. M. J. Oertel in München hat dann meine Me-
thode der Behandlung der Fettleibigkeit in seiner „Therapie
d e r K r e i s 1 a u f s s t ö r u n g e n" , Leipzig 1884, einer Besprech-
ung unterzogen.
Keineswegs stütze ich mich bei meiner Methode auf
Expectorationen, welche mir Oertel (1. c. pag. 94) in den
Mund legt, dass nämlich bei Darreichung von Fett der Fett-
ansatz im menschlichen Körper zurückgehalten werde,
dass dagegen die Kohlenhydrate, wenn sie in das Blut
aufgenommen werden, die Bildung von Fett aus den Zer-
fallsprodukten des Eiweisses, und also einen erhöhten
Fettansatz herbeiführen. Damit füllt auch selbstverständlich
die von Oertel mir zugeschriebene Behauptung, dass ich Vor-
stehendes aus den Untersuchungen Voit 's herausgelesen hätte.
— 11 —
Oertel meint mm (1. c. pag. 96), ich hätte in dem von
mir mitgetheilten Falle das Fett zmii Theil oder vollständig
dm"ch Kohlenhydrate ersetzen können, ohne den Erfolg im
Mindesten nachtheilig zu verändern. Da diese Beobachtung
meine eigene Person betrifft, so kann ich nach eigenen viel-
fachen Wahrnehmungen hier nur nochmals bestimmt sagen,
dass Oertel nicht Kecht hat. Nicht nur waren zur Beseitigung
des Hungergefühles die entsprechenden Mengen von Kohlen-
hydraten unzureichend, sondern es machten mir auch die Dys-
pepsien, welche durch die Einverleibung grösserer Mengen von
Kohlenhydraten veranlasst wurden, eine solche Substitution
durchaus unmöglich.
Oertel behauptet im Gegensatz zu meinen Beobachtungen
ferner, dass ein grosser Theil der Menschen gegen, Fett sehr
empfindlich sei und fügt hinzu, dass solche Menschen bei er-
zwungener Aufnahme von fettreicher Kost sofort an dyspepti-
schen Beschwerden zu leiden hätten, die zu vollständiger Appetit-
losigkeit und zu mehr oder weniger hartnäckigen Magen-
catarrhen führt.
Erzwungen habe ich freilich die Aufnahme fettreicher
Kost nicht, erstens, hatte ich solchen Zwang nicht uoth-
wendig, zweitens würde ich ihn nicht ausüben mögen und
drittens würden unsere Kranken sich denselben nicht ge-
fallen lassen.
Bemerkenswerth ist auch folgende Aeusserung Oertel's:
„Wäre", sagt er, „die Aufnahme von Fett nur einigermassen
grösser gewesen, so würde sicher ein Fettansatz sich auch hier
als Folge ergeben haben." Das war nun aber nicht der Fall.
Ich bin in der Lage, hier auf Grund einer recht grossen,
stetig wachsenden Erfahrung zu versichern, dass erstens in
dieser Beziehung leicht das richtige Maass zu finden ist und
zweitens, dass die von mir angegebene Diät dyspeptische
Beschwerden beseitigt, aber nicht hervorruft. Man braucht
dazu eben nur die Sache verständig anzufangen.. Uebrigens
— 12 —
habe ich diese Fragen zur Genüge in meinem Büchlein (pag. 27
und 47) beleuchtet.
Die Beobachtungen, welche Yogel an einer Keihe von
Hunden, die an Fettleibigkeit litten, machte (1. c. pag. 17).
beweisen, dass eine, das von Voit den Hunden zugebilligte
Fettquantum weit überschreitende Fettmenge keinen Fettansatz
zur Folge hatte. Vogel sagt über den Einfiuss der ver-
änderten Ernährung : „Die Wirkung zeigte sich bald zur
Ueberraschung Aller, denn nicht bloss stellte sich jetzt Sätti-
gungsgefühl ein, sondern auch die Blässe der Schleimhäute
schwand, und das Körpergewicht fiel jetzt — nachdem der 111
Pfund schwere, in hohem Grade fettsüchtige Kettenhund statt
der ihm beim Beginn der Kur gereichten 3 Pfund Hafergrütze
und 100 grm. Fett von letzterem 130 grm. täglich erhielt —
mit ziemlicher Stetigkeit durchschnittlich um 585 grm. in der
Woche.«
Wenn Oertel sagt (1. c. pag. 96), dass ich als einen
Vorzug meiner Methode hervorhebe, dass durch sie eine ge-
wisse Abwechselung in die Kostordnung hereingebracht werde,
so ist das unwahr. Ich habe gerade das Gegentheil ver-
langt (1. c. pag. 30 und 48). Voit, welcher (1. c. pag. 16)
räth, statt der Fette Kohlenhydrate zu geben, thut dies nicht
nur deshalb, weil man von letzteren 2—3 mal soviel dem
Körper zumuthen darf, sondern auch, weil bei ihrer Anwen-
dung eine grössere Abwechslung in den Speisen — welche ich
eben nicht für zweckdienlich halte — sich herstellen lässt.
Dass meine Methode, — wie Oertel sagt — wenn ein Erfolg
durch sie erreicht werden sqII, zum Theil bestimmte Mög-
lickeiten voraussetzt, die noch vollständig in den physiolo-
gischen Funktionen des kranken Organismus gegeben sein
müssen, ist zuzugeben. Wie mich aber zahlreiche Erfahrungen
an Krauken gelehrt haben, gilt dies von meiner Methode in
nicht höherem Grade als von jeder auf rationellen Principien
aufgebauten Heilmethode. Es kann sich wohl ereignen, dass
— 13 —
im concreten Falle die eine vor der anderen Methode temporär
oder dauernd ge^^isse Vorzüge haben wird. Der verständige
Arzt- wird natürlich jeden solchen Vorzug seinen Kranken zum
Nutzen gedeihen lassen.
Unter die bier in Frage kommenden rationellen Methoden
gehört die sog. B a n t i n g k u r , wie sie bei uns geübt wird,
schon desshalb nicht, weil dieselbe nur eine temporäre An-
wendung gestattet. Eine Modifikation dieser Bantingkur ist
meine Methode entschieden nicht, wie das Voit und Oertel
meinen, wohl aber würde die von Voit geplante richtig
angewendete Bantingkur. die aber in der That keine
Bantingkur mehr ist, (vergl. oben S. 4) eine Modifikation
meiner Methode genannt werden dürfen.
Oertel sagt ferner (1. c. pag. 130), dass der Flüssig-
keitsaufnahme, welcher gerade bei der Fettsucht , Fett-
herz etc. die a 1 1 e r g r ö s s t e Bedeutung zukommt , weder
von Harvey-Bantiug noch von mir Eechnung getragen
worden sei. Auch das ist, was mich betrifft, nicht wahr. Wer
meine Diät braucht, dem fällt auch das verringerte Bedürf-
niss nach Getränkezufuhr sofort auf. Loew beobachtete in
heissen Klimaten nach Fettgenuss stets ein geringeres Wasser-
bedürfniss, der Durst machte sich entschieden weniger fühlbar.
Diese Wahrnehmung Loe w's ist auch von mir und zwar nach
einem Keferate in Schmidt's Jahrb. in meiner Arbeit (1. c.
pag. 28 und 53) citirt worden, da mir die Originalmittheiluug
im Bair. ärztlichen Intelligenz-Blatte XXV. 28, pag. 296 (1878)
hier zu meinem Bedauern nicht zugänglich war. Ich habe
dabei auch hervorgehoben, dass die Beschränkung des Nahrungs-
bedürfnissps und des Durstgefühles die Einführung meiner Er-
nährungsraethode ausserordentlich erleichtert. Aus dem von mir
angeführten, mich selbst betreffenden Beispiele (1. c. pag. 32)
ergibt sich das Flüssigkeitsquantum, welches ich selbst bei der
Anwendung der von mir angegebenen Diätform nöthig hatte.
Es war mir eben so bemerkenswerth als erfreulich wahrzunehmen,
— 14 —
dass sich bei der Substitution einer grösseren Menge von Kohlen-
hydraten durch Fett gleich dem Hunger auch das Durstgefülil
auffällig beschränkte. So ist es gekommen, dass ich Wasser,
welches ich früher in grosser Menge trank, so gut wie gar
nicht mehr geniesse. Ich habe in dem letzten Jahre auch den
Weingenuss auf ein Minimum beschränkt, d. h. nur bei Ge-
sellschaften oder auf Reisen trinke ich gelegentlich ein Glas
Wein. Ich habe auch den Theegenuss nach dem Mittagessen
nunmehr ganz aufgegeben und den abendlichen Theegenuss be-
schränkt, weil er für mich absolut kein Bedürfniss mehr ist.
Diese Einschränkung des Durstgefühles ergibt sich also bei
der Befolgung meiner Ernährungsvorschriften ganz von selbst
und verlangt keine Opfer; ich trinke nicht, weil ich keinen
Durst habe. Aehnliche Beobachtungen sind mir auch von
einer ßeihe von Patienten mitgetheilt und auch an Thieren hat
Vogel dasselbe beobachtet (vergl. oben S. 9). Hunger- und
Durstgefühl werden eben in bemerkenswerther Weise durch
meine Diätform beschränkt. Ueberzeugt von der praktischen
Wichtigkeit dieser Thatsache bin ich auch in meinem Buche
über die Natur und Behandlung der Gicht (Wies-
baden 1882) derselben des Weiteren näher getreten, da meine
Ernährungsmethode, wie ich in meinem Büchlein über die Fett-
leibigkeit bereits (I. c. pag. 33) angeführt, auch bei dieser
Krankheit von grosser Bedeutung ist. Ich sage daselbst (Gicht
pag. 147):
„Je consequenter mau nun diese Form der Ernährung
durchführt, um so weniger bedarf man der Ausschwem-
muug der Auswürflinge des Stoffwechsels durch über-
reichliche Wasserzufuhr .... Ich thue dies nicht,
weil ich eine solche Ueberschwemmung des Gefäss-
systems mit Flüssigkeit auf eine längere Zeit überall
nicht für zuträglich und nützlich halte .... Bei der
Diät, der ich das Wort rede, ist sie für den Kranken
kein Bedürfniss und in dieser Beziehung muss man
— 15 — ■
bis zu einem gewissen Grade das Bedürfniss der Kranken
respectiren. Ich empfehle wohl auch dem zur Giclit
Disponirten eventuell eine etwas reichlichere Wasser-
zufuhr, wozu ich .... aber doch nicht mehr als eine
Flasche (natürliches Selterswasser) pro Tag."
Der einsichtige Leser sieht, wie es auch mit der letzt-
erwähnten Behauptung 0 ertel's steht. Wer meine Ernährungs-
weise befolgt, dem ergiebt sich auch die Verringerung des
Durstgefühls ganz von selbst. Der Kranke hat somit nicht
nöthig, die Qualen des Durstes, welche schlimmer sind als die
des Hungers, zu tragen, wofern zur PJrzielung eines befriedigen-
den Kesultates der Behandlung eine beträchtliche Einschränkung
der Elüssigkeitszufuhr gefordert werden muss. —
Endlich gedenke ich noch der Arbeit von Dr. Demuth,
pr. Arzt in Frankenthal: Zur Cur der Fettleibig-
keit (Bair. ärztliches Intelligenz-Blatt 1883, Nr. 35). Seine
Methode kann man füglich als eine Modifikation der von mir
empfohlenen betrachten. Auf die Angriffe des Verfassers gegen
mich gehe ich nicht näher- ein ; sie finden in dem bereits Mit-
getheilten wohl zumeist ihre Erledigung. Demuth 's Grund-
sätze lauten: Keine Minderung der Eiweisskörper,
kein Her ab gehen unter das physiologische Min-
der m aas s von 5 0 grm. Fett, dagegen ausgiebigste
Minderung der Kohlenhydrate. Der Patient muss
eine ähnliche Lebensweise mit entsprechender
Modifikation sein ganzes Leben lang fortsetzen.
In dem letzteren Punkte stimmt Demuth mit mir über-
ein, desgleichen betreffs der Einschränkung der Kohlenhydrate.
Mit dem Fettgenusse will Demuth nicht unter das phy-
siologische Mindermaass von 50 grm. herabgehen. Was die
Grenzen des Fettgenusses nach oben anlangt, erinnere ich hier
noch beiläufig an einen Ausspruch Voit's (Physiologie des
Stoffwechsels, pag. 520): „Für die nicht mit der Kraft ihrer
— IG —
Arme Arbeitenden halte ich es für besser, nur gegen 350 grm.
Kohlenhydrate (statt 500 für den Arbeiter) zn geben nnd den
übrio-en Bedarf an -Fett zu reichen." Es dürfte wohl keinem
Widerspruch begegnen, wenn ich sage, dass bei Curen gegen
die Fettleibigkeit fast nur Leute in Frage kommen, welche
niclit mit der Kraft ihrer Arme arbeiten, und auf sie würde
die Yoit'sche Angabe daher auch anwendbar sein. W. Henne-
berg berechnet die in solchen Fällen zuzubilligende Normal-
ration auf 142 grm. Fett (cfr. dessen Arbeit über Fleisch-
und Fettproduktion im 17. Bande der Zeitsclir. für Biologie,
pag. 320). Demuth verlangt, dass die Eiweissmenge
nicht verringert werden dürfe. Natürlich müssen die Kranken
die ihnen zukommende Eiweissmenge erhalten. Ich habe den-
selben jedenfalls auch nach Voit 's Zeugniss so viel Eiweiss ge-
stattet, als der normale Mensch zu seiner Erhaltung braucht.
(Vergleiche hierzu die Bemerkung oben, pag. 10) Hier möchte
ich noch hinzufügen, dass Kanke eine Woche hindurch mit
100 grm. Eiweiss, 100 grm. Fett und 240 grm. Stärkemehl
sein Stickstoffgieichgewicht erhalten konnte, welches sich bei
Beneke in 14 Tagen bei einer täglichen Zufuhr von 90 grm.
Eiweiss, 79 grm. Fett und 285 grm. Kohlenhydraten nicht
änderte (citirt nach Forster, Ernährung und Nahrungsmittel
in V. Pettenkofer's und v. Ziemssen's Handbuch der
Hygiene, Theil I, Abtheilung 1, S. 122. Leipzig 1882). Dass
auch in dieser Beziehung auf's Sorgsamste individualisirt und
controlirt werden muss, habe ich jeder Zeit auf das Dringendste
hervorgehoben. Oertel braucht demgemäss auch nicht zu
fürchten, wie er das (1. c. pag. 130) ausspricht, dass den
Kranken, welche einer grösseren Eiweissmenge bedürfen, die-
selbe principiell vorenthalten wird, wenn sie nach meiner
Methode leben. Der Arzt, welcher den concreten Fall in seiner
Eigenart richtig zu beurtheilen versteht, wird an der Hand der
von mir gegebenen Direktiven auch das für solche Fälle notli-
wendige Maass von Eiweiss auffinden lernen. —
— 17 —
Hiermit bescliliesse ich diese Abwehr. Um etwas Wei-
teres sollte es sich hier nicht handeln.
Ich hielt es für angemessen, die gegen mich gerichteten
Angriffe zumeist durch sich selber zu widerlegen und nicht allein
durch den Hinweis auf die Erfolge, welche meine Ernährungs-
methode in der ärztlichen Praxis gehabt hat und welche die-
selbe bereits zu einer populären im [guten Sinne des Wortes ge-
macht haben. Es handelt sich für mich bei Vertretung der von mir
aufgestellten Grundsätze nicht allein um die Bekämpfung der
Eettleibigkeit, sondern sie sollen auch anderen Kategorien von
Kranken und den Gesunden zu Gute kommen. Da meine Er-
klärungen Voit nicht befriedigt haben, wäre es wohl nütz-
licher gewesen, wenn er für die unläugbaren Erfolge, statt sie
durch Einwürfe zu bekämpfen, welche — wie ich gezeigt zu
haben hoffe — in sich selber zusammenfallen, auf Grund neuer
Versuche eine bessere Deutung versucht hätte.
^^t»i Buchdruckerei von Carl Ritter in Wiesbaden, p^^
©09 W^
Neuer medicinischer Verlag
von
J. F. Bergmann in Wiesbaden.
Die
rettleibigkeit — „Corpiüeiiz^^
und
ihre Behandlung
nach
p li y s i o 1 o g i s c li e n Grundsätzen.
Von
jyr. W, JEbstein,
o. ö. Professor 7ind Director der rnedichiischeti Klinik zu G'öttingen.
Sechste Auflage. Preis 2 Mark, (xebnnden 2 Mark 40 Pf.
Diese Schrift dürfte wesentlicli dazu beitragen, die Bajiting-
und verwandte gegen die Fettleibigkeit empfohlene Kuren, welche
oft die nachtheiligsten Folgen für die Kranken haben, immer mehr
zu verdrängen ; sie empfiehlt eine Behandlungsmethode der Fettleibig-
keit, welche den Anforderungen an einegesundheitsge-
mässe Lebensweise durchaus entspricht und vom
besten Erfolge begleitet ist.
Xahalt u. A.: Angeborene Fettleibigkeit. — Alkoholika. — Bantingkur.
— Anlage und Disposition zur Fettsucht. — Diätetische Behandlung.
— Entfettungskuren. — Fettherz. — Fettleber. — Fett als Nahrungs-
mittel: bei Fettleibigen, bei Diabetes, bei Magenkranken, bei Fettherz.
— Fettsucht : Symptome, Diagnose, Behandlung. — Geistige Tbätig-
keit. — Gicht. — Hungerkuren. Individuelle Disposition. — Körper-
liche Uebungen. — Kurzathmigkeit. — Küchenzettel für Fettleibige
nach meiner Methode bei Fettentziehungskuren. — Lebensalter. —
Lebertbran bei Fettleibigkeit, bei Diabetes mellitus. — Luftmangel.
— Mast. — Medikamentöse Behandlung. — Milchkur. — Mineral-
wässerkuren. — Schweissbildung. — Vererbung.
■==. Die Bedeutung der Schrift wolle man auch daraus er-
kennen, dass hinnen Jahresfrist sechs starke Auflagen erscheinen
mussten, um der Nachfrage zu genügen, und dass bereits eine fran-
zösische, zwei englische, eine dänische und eine schwedische Ueher-
setzung herausgegeben wurden. =
J. P. Bergmann, Yerlagsbuchhandlung, Wiesbaden.
Unlängst sind im unterzeiclmeten Verlag erschie-
nen, beziehungsweise werden erscheinen:
Mittheilungen aus der Medicinischen Klinik zu Würz-
burg". Herausgegeben von Geh. Rath Prof. Dr. C Gerhardt
und Dr. F. MttUer. Mit Tafeln. Preis M. 6.70.
(Man vergl. nebensteh hu de ausführliche Anzeige.)
Vorlesungen über Pathologie und Therapie der
Syphilis. Ton Prof. Dr. EDUARD LANG. Vorstand de r
sj'philit.-dermatologisclien Klinik der Universität
Innsbruck. Mit Abbildungen. I. Hälfte. Preis M. 5.60.
Die ursächlichen Momente der Augenmuskellähm-
üngen. Von Dr. LUDWIG MAUTHNER, Professor in
"Wien. (Unter der Presse.) Preis ca. M. 3. — .
Zur Einleitung in die Electrotherapie. Yon Dr. CARL
WILH. MÜLLER, Grossherzoglicb Oldenburgiscber
Leibarzt und Sanit. -Rath. Preis M. 5. — ,
lieber Pflegekinder und Säuglingskrippen. Yon Dr. med.
EMIL PFEIFFER, SecretärdesCongressesfür Innere
Medicin, prakt. Arzte zu Wiesbaden. Preis M. — .80.
Lehrbuch der Augenheilkunde. Von Dr. Jnliiis Micliel,
Professor der Augenbeilkunde an der Universität
Würzburg. Mit zahlreichen Abbildungen in Holzschnitt und
Farbendruck. Preis M. 18. — .
Caffein bei Herzkrankheiten. Von Dr. FRANZ RIEGEL,
Prof. und Director der Medicinischen Klinik zu
Gi essen. Mit mehreren Tafeln. Preis M. 2. — .
Untersuchungen über die Beziehungen kleinster
lebender "Wesen zu den Wundinfectionskrank-
heiten des Menschen. Von Dr. F. J. ROSENBACH,
Professor in Göttingen. Preis M. — .80.
lieber Mikroorganismen bei den Wundinfections-
krankheiten des Menschen. Von Dr. F. J. Rosen-
bacli, Professor in Göttingen. Mit 29 Abbildungen,
grossentheils in Farbendruck. Preis M. 6. — ,
Heber Schulhygiene in England. Von Dr. HERMANN
WEBER, Arzt am Deutschen Hospital in London.
Preis M. 1.— .
J. P. Bergmann, Verlagsbuchhandlung, Wiesbaden.
In unterzeichnetem Verlage erscheinen und sind durch alle
Buchhandlimgen zu beziehen:
MITTHEILUNGEN
AUS DEK
MEDICINI8CHEN KLINIK
WÜRZBURG.
HERAUSGEaEBEX VON
DR. C. GEHHARDT ^ DR F. MÜLLER
K. GEHEIMKATHiUND UXIV.-PROFESSOR ^^°
VORSTAND ASSISTENZARZT
DER MEDICINISCHEN KLINIK IN WÜRZBUEG.
Erscheint in zwanglosen Bänden ä 6 bis 9 Mark,
je nach. Umfang und Illustrationsbeigaben.
Aus dem Vorwort: Die JMittheilungen aus der medicinischen Klinik
in Würzburg sollen Abhandlungen bringen aller Derjenigen, die an der
Klinik mitarbeiten, vorzugsweise der Studirenden, aber auch der Assistenten
und des Vorstandes. Diese Arbeiten werden sich stützen auf die in den
letzten zwölf Jahren nach einheitlichem Plane gesammelten
Krankengeschichten, anderntheils werden sie hervorgehen aus dem
chemisch-mikroscopischen Laboratorium der Klinik, das in
den letzten Jahren erweitert und besser ausgestattet und unter die Leitung
eines besonderen Assistenten gestellt wurde.
Sie sollen ein Bild geben von dem Krankenmaterial und seiner Ver-
werthung, jedoch nicht in Form einer fortlaufenden Statistik, sondern im
Anschlüsse an die Bearbeitung einzelner Fragen, die theils durch fremde
Veröffentlichungen, theils unmittelbar durch Beobachtungen am Kranken-
bette angeregt wurden.
Zugleich soll damit den tüchtigeren Arbeiten unter den Dissertationen,
die aus hiesiger Klinik hervorgehen, ein bevorzugter Ort der Veröffent-
lichung geboten und deren Zerstreuung in die verschiedensten Zeitschriften
vermieden werden.
INHALT: Torwort. — Zur GescMcMe der med. Klinik der Universität Würzburg. — Dr. WIL-
HELM OESTERLEIN, Ueber Faeces Iiei Icterus, sowie über Eisenverliindungen in Milch
und Faeces. — Dr. CARL BORSUTZKY, Ueber das Vorkommen eines Crural-Arterien-
Doppeltones bei Nicht-Herzkranken. — Dr. ADOLF HERFELDT, Ueber den zeitlichen
Ablauf der Harnstoft'-Ausscheidang bei gesunden und fiebernden Menschen. (Mit Tafel.) —
Dr. LEON STORTZ, Klinische Beobachtungen über Pneumonia cronposa (ein Beitrag zur
Statistik derselben). — Dr. OTTO SEIFERT, Caffein bei Herzkrankheiten. (Mit Tafel.) —
Dr. HEINRICH MOSER, Laryngologische Mittheilungen: 1. Die Infiltration der Epiglottis
als Primärerscheinung bei Phthisis laryngis. 2. Das laryngoscopische Bild bei vollkom-
mener, einseitiger Vagusparalyse. — Dr. SERGIUS PLATONOW, Ueber die diagnostische
Bedeutung der Pneumoniecoccen. — Dr. FRIEDRICH MÜLLER, Kleinere Mittheilungen:
1. Ein Fall von Hydrocephalus. 2. Ueber einen durch Essigsäure fällbaren Eiweisskörper im Urin.
J. F. Bergmann, Verlagsbuchhandlung, Wiesbaden.
Neuer medicinischer Verlag von J. F. Bergmann in Wiesbaden.
Soeben erschienen :
Die Behandlung des Unterleibstyphus.
Von Dr. IVillicliu £bistciii, o. ö. Professor und Director
der Mcdicinisclien Klinik an der Universität Göttingen.
Preis: M. 1,60.
Vott demselben Verfasser ferner erschienen:
Die Natur und Behandlung der Harnsteine.
Mit eingeheftetem Atlas in Farbendruck, Lexikon-Octav. Preis: 16 M.
Das vorliegende Werk, welches sich an die bekannten Arbeiten des Ver-
fassers über die Fettleibigkeit und die Gicht anschliesst, ist wie diese die
Frucht zahlreicher Erfahrungen und langer Studien. Dasselbe behandelt, wenn-
gleich es den fremden Leistungen gebührend Kechnung trägt, den Gegenstand
in durchaus selbstständiger Weise. Diese umfassende Arbeit ist zu-
nächst für die ärztliche Praxis bestimmt und zwar in dem Sinne, dass sie den
Arzt auf dem Wege fortschreitender wissenschaftlicher Erkenntniss zur besseren
Erfassung der therapeutischen Aufgaben geschickt machen soll. Der innere
Arzt, der Chirurg und der Geburtshelfer, dürften ebenso wie der
Anatom und Physiologe in derselben Anregung und Belehrung finden.
Die Natur und Behandlung der Gicht.
Mit Atlas in Farbendruck. Preis: Mark 14,60.
Endlich nach langer Pause wieder einmal ein umfassendes Werk über die
Gicht, diese vielstudirte und doch immer noch räthselhafte Krankheit und
nicht etwa ein aus ..Andrer Schmause zusammengebrautes Eagout", sondern
ein aus dem Vollen und Ganzen gearbeitetes Werk, dessen
Grundlagen die von dem Verfasser selbst entdeckten patho-
logisch-anatomischen Veränderungen bei der Gicht, sowie die
durch sinnreiche Experimente bei Thieren gewonnenen Beweise
für die von ihm beim Menschen angenommenen Ursachen des
gichtischen Processes bilden,
Deuisclie mcdic. Wochenschrift, 1882. No. 50.
Die Fettleibigkeit und ihre Behandlung
nach phy;siologischen Grundsätzen. Sechste Auflage.
Preis : "2 Mark.
Diese, Schrift ist auc.h in dänischer, englischer, franzö-
sischer und schwedischer Sprache erschienen.
Corpulence and its treatment on physio-
lAO^ir^dl TiT'in/'ill^laC! Translated from the sixth
lUglbd/i JJllllL/lJJltö. Ger man edition by Pro-
fessor A. H. Keane, B. A., University College, London
In engl. Einband. Preis: .3 Mark 60 Pf.
JiuchuruukerL'i vuii (Juri Kiltur m VViuaUudtii.
COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES
This book is due on the date indicated below, or at the
expiration of a definite period af ter the date of borrowing, as
provided by the rules of the Library or by special arrange-
ment with the Librarian in Charge.
DATE BORROWED
DATE DUE
DATE BORROWED
DATE DUE
C2e(ll4l)M100
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RC813
Ebstein
Eb73
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